TU Berlin

Fachgebiet DenkmalpflegeSkopje - Mazedonien Stadtraum und Erinnerung in einem multiethnischen Staat

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Skopje - Mazedonien Stadtraum und Erinnerung in einem multiethnischen Staat

Einsemestriges Studienprojekt:

Dozentin: M.A., M.Sc. Stephanie Herold

Stadt- und Regionalplanung Hauptstudium
Urban Design MCs (1. Semester)

Termin: Donnerstags, 10:00 - 14:00 Uhr
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 16.04.2009


Beschreibung:


Seit der Mazedonischen Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1991 ist Skopje die Hauptstadt des noch jungen südosteuropäischen Staates. Dieser Staatenbildung ging eine lange Zeit des Strebens nach Unabhängigkeit voraus, verbunden mit andauernden Konflikten der drei Nachbarstaaten Bulgarien, Serbien und Griechenland um den „Zankapfel“ Mazedonien. Neben dieser bewegten außenpolitischen Geschichte zeichnen sich Mazedonien und seine Hauptstadt Skopje durch die ethnische Vielfalt seiner Bevölkerung aus. Die größten Gruppen bilden dabei Mazedonier (64%) und Albaner (25%). Gerade vor dem Hintergrund des Kosovokrieges und der damit verbundenen brisanten Albanerfrage, die sich auch auf weitere Teile des Balkans auswirkte, ist es daher erstaunlich, dass es das kleine Mazedonien schaffte, als einziges Land die staatliche Neuordnung im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien ohne Bürgerkrieg zu überstehen. Dennoch kam es im Jahr 2001 auch in Mazedonien und damit ebenso in der Hauptstadt Skopje zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Mazedoniern und Albanern. Diese eskalierten allerdings nie so stark, dass es zu einer dauerhaften und grundsätzlichen Entzweiung der Bevölkerungsgruppen gekommen wäre. Vor diesem Hintergrund möchte dieses Projekt untersuchen, wie in Mazedonien mit den tief greifenden Veränderungen und Konflikten der letzten Jahrzehnte umgegangen wurde und wird. Das führt zu der Frage, ob dieser Umgang - bzw. die Form der Erinnerung und Rezeption der Geschichte des Landes - einen Beitrag zu der gewaltfreien Etablierung des Staates geleistet hat. Dies wird stellvertretend am Beispiel der spezifischen Situation in der Hauptstadt Skopje untersucht werden. Dabei wird von der These ausgegangen, dass sich alle Ereignisse der Geschichte im Stadtraum widerspiegeln, womit die Stadt selbst ein Abbild individueller und kollektiver Erinnerungen wird. Gerade die Frage nach der gemeinschaftsstiftenden Funktion von Erinnerung ist in Bezug auf Skopje von tragender Bedeutung. Und das nicht nur in Bezug auf den Unterschied zwischen individueller und kollektiver Erinnerung, sondern auch in Bezug auf das parallele Existieren verschiedener Erinnerungskonstrukte in verschiedenen Gesellschaften oder in ein und derselben Gesellschaft. Die Frage muss also nicht nur lauten, wie sich verschiedene Ereignisse im Stadtraum widerspiegeln, sondern auch, wie sie unterschiedlich rezipiert bzw. gesellschaftlich konstruiert werden. In diesem Zusammenhang sollen in Skopje Denkmale und Denkmalorte – sowohl gewollte als auch gewordene – betrachtet und auf ihre Bedeutung für die Bevölkerung und die verschiedenen Bevölkerungsgruppen untersucht werden. Zu diesem Zweck wird im Mai 2009 ein Workshop gemeinsam mit Studierenden der Universität "Hll. Kyrill und Method" in Skopje stattfinden. Vor Ort sollen Erfahrungen ausgetauscht werden und vor allem eine intensive Forschungsarbeit stattfinden. Englischkenntnisse sind daher Voraussetzung für die Teilnahme am Projekt. Im Anschluss an den Workshop werden die Ergebnisse in Berlin weiter vertieft und für eine angestrebte Ausstellung und Publikation überarbeitet werden.

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