direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Ruinenromantik. Vom Wahrnehmen und Weiterdenken verlassener Orte.

Projekt im Bachelor SRP:

Dozentin: M.A., M.Sc. Stephanie Herold

Projekt, 6 SWS

LVNr.: 06361600 L 01

 

Termin: Dienstags, 10:00 - 16:00 Uhr

Raum: B 117

Veranstaltungsbeginn: 25.10.2011

 

Bemerkung: Bitte beachten Sie das Programm in der Einführungswoche! 

 

Beschreibung:

Ruinen, im weitesten Sinne verstanden als zerfallene Bauwerke oder deren Überreste, prägen in ihren unterschiedlichen Ausformungen nicht nur Teile unserer Kukturlandschaft, sondern auch urbane Räume. Gleichzeitig wurden und werden Ruinen bis heute symbolisch aufgeladen. Die Betrachtung und die Auseinandersetzung mit diesen baulichen Überresten - von der Burgruine bis zur stillgelegten Industrieanlage - beinhaltet damit immer auch eine emotionale Komponente. Der Zerfall und mit ihm das Gefühl von erlebbarer Geschichte und auch Vergänglichkeit ist eine essentielle Komponente bei der Wahrnehmung von Ruinen und macht einen großen Teil ihrer Attraktivität aus. Diese stimmungshafte Aufladung und Symbolkraft war nicht nur ausschlaggebend für ihre Beliebtheit durch die Geschichte, die sich unter anderem in zahlreichen Gemälden und auch in künstlich erbauten Ruinen widerspiegelt, sondern setzt ich auch in der Begeisterung heutiger "Urban Explorer" fort, die sich mit der Kamera auf den Weg machen, um verwunschene und verlassene Orte zu dokumentieren.

Auch die Denkmalpflege setzt sich in ihrer praktischen Arbeit und in ihren Theorien mit Ruinen und ruinösen Gebäuden auseinander. Dabei stellt sich immer wieder die Frage nach dem Umgang mit den Gebäudefragmenten. Die Möglichkeiten, die diskutiert werden, reichen von dem versuchten Erhalt des Vorhandenen in seinem ruinösen Zustand bis zur (Teil)Rekonstruktion des Gebäudes. Beide Wege haben fundamentale und weitreichende Auswirkungen nicht nur auf die Substanz des Gebäude selbst, sondern auch auf dessen zukünftige "Ausstrahlung" und Nutzung. Gleichzeitig sagen sie auch viel über die Verankerung und Wertschätzung des jeweiligen Gebäudes mit seinen historischen Spuren in der Gesellschaft aus. Dabei ist es auch wichtig zwischen verschiedenen Ruinen-"Typen" zu unterscheiden. Ausschlaggebend sind dabei Kriterien wie Alter, Größe (Einzelgebäude oder Anlage), Standort, Zerstörungsgrad und Zerstörungsgrund. Alle diese Kriterien haben Auswirkungen auf den Umgang mit Ruinen.

 

Die Fragen, mit denen sich das Projekt auseinandersetzen wird, lauten demnach:

Welche Faktoren beeinflussen unsere Wahrnehmung von Ruinen?

Was macht die Attraktivität von Ruinen aus? Welche menschlichen Bedürfnisse bedienen Ruinen damit und haben sie dadurch eine "Funktion" im weiteren Sinne?

Steckt in dieser Attraktivität auch ein gewisses Potential, das sich planerisch nutzbar machen lässt?

Wie kann oder sollte man aufgrund von Überlegungen mit einzelnen ruinösen Gebäuden oder Gebäudeensembles in ihren jeweiligen Kontexten umgehen?

 

Während sich das Projekt im ersten Semester theoretische Grundlagen aneignet und sich auch anhand von Tagesexkursionen in Berlin und Umland mit den verschiedenen Typen von Ruinen auseinandersetzt, sollen die so gewonnenen Erkenntnisse im zweiten Semester an einzelnen Fallbeispielen genauer untersucht werden. Neben einer detaillierten Untersuchung des momentanen Zustands und seiner Entstehung werden hier auch konkrete planerische Fragen zu einer möglichen Weiterentwicklung ins Auge gefasst. Insgesamt hat das Projekt jedoch eine stark theoretische Ausrichtung. Der Wille zur Auseinandersetzung mit (Denkmal)Diskursen und theoretischen Texten und Konzepten sollte daher mitgebracht werden.

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe

Copyright TU Berlin 2008