TU Berlin

Fachgebiet DenkmalpflegeRadikal modern

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Radikal modern

Die Stadtrand-Siedlung Neu Jerusalem in Staaken und ihr Architekt Erwin Gutkind

Veranstaltungsgrunddaten:

Dozentin: Prof. Dr. Gabi Dolff-Bonekämper

Projekt, 8 SWS (12 LP/ECTS)

Modul: B 2/4, Bachelorprojekt

Termin: Dienstags, 10:00 - 14:00 Uhr
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 26.04.2016 - 19.07.2016


Beschreibung:

Am äußersten Ende von Staaken durchquert die B 5 ein Gebiet mit freistehenden Doppelwohnhäusern, die, in Form und Substanz nahezu unverändert, direkt aus dem Bilderbuch der klassischen Moderne der 1920er Jahre entsprungen sein könnten. Sie gehören zur Siedlung „Neu Jerusalem“, die der Berliner Architekt Erwin Gutkind zwischen 1923 und 1925 für die Mitarbeiter des Luftschiffhafens Staaken errichtet hat. Die Siedlung lag, nach 1945 als Territorium der DDR beansprucht, jahrzehntelang im Sperrgebiet. Gebäude und Freiflächen sind in keinem guten Zustand. Die Heerstraße zu überqueren, die als schnell. befahrene Ausfallstraße mitten durch die Siedlung schneidet, ist heute lebensgefährlich. – Erwin Gutkind gehörte zu den Architekten des Neuen Bauens, die aufgrund ihrer jüdischen Herkunft Deutschland 1933 verlassen mussten. Zwischen 1923 und 1933 errichtete er in Berlin zahlreiche Wohnanlagen. Sein Werk über die Geschichte der Stadtplanung steht in unserer Bibliothek. Er war Absolvent der TH Charlottenburg, unserer Hochschule, und promovierte hier mit einer Arbeit über Raum und Materie.

Im ersten Projektsemester sollen die Bauten und Freiräume der Siedlung, einschließlich des heutigen Verkehrsraumes, erkundet, erfasst und dokumentiert und Vorschläge zum Umgang mit den erkennbaren Problemen entwickelt werden. Im zweiten Projektsemester soll eine Ausstellung über die Siedlung Neu Jerusalem und den in Berlin immer noch viel zu wenig bekannten Architekten erarbeitet werden. Eine Zusammenarbeit mit der unteren Denkmalschutzbehörde Spandau ist vereinbart. Für das Sommersemester 2016 ist eine Exkursion nach Amsterdam geplant.

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