TU Berlin

Fachgebiet Denkmalpflege"Kaputte Stadt retten". - Die IBA '84/'87 in Berlin

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"Kaputte Stadt retten". - Die IBA '84/'87 in Berlin

Projekt im Bachelor SRP:

Dozentin: M.A., M.Sc. Stephanie Herold

Projekt, 6 SWS 

LVNr.: 0732 L 107

Termin: Dienstags, 10:00 - 16:00 Uhr
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 12.04.2011


Beschreibung:


Von 1979 bis 1987 fand in Berlin (West) die Planung und prozesshafte Umsetzung der Internationalen Bauausstellung (IBA '87) statt. Die Vorbereitungen zu dieser Bauausstellung erstreckten sich über mehrere Jahre. Ursprünglich für das Jahr 1984 vorgesehen, wurde die IBA 1978 vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossen und 1979 durch die Gründung einer Planungs-GmbH, die die Bauausstellung unter wechselnden organisatorischen Konstellationen koordinierte, in die Wege geleitet.
Die IBA setzte sich die Neustrukturierung und Beplanung größtenteils innerstädtischer Quartiere zur Aufgabe. Im Vorfeld waren verschieden städtebauliche Probleme verstärkt ins Bewusstsein getreten. Die zunehmende Abwanderung der Bevölkerung in vorstädtische Bereiche und die langjährige Vernachlässigung der vorhandenen Altbausubstanz führten zu einem Attraktivitätsverlust der Innenstadt als Wohnort. Gleichzeitig zeigten sich insbesondere im Zentrum der Stadt auch zu dieser Zeit noch die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs in Form von Brachen und unzusammenhängenden Stadträumen. Die Berliner Mauer verzögerte außerdem lange Zeit konkretes Handeln im innerstädtischen Bereich und erforderte gleichzeitig eine neue Ausrichtung innerhalb des Stadtgefüges. Diese und andere Probleme wollte die IBA durch die Stadterneuerung der Altbauquartiere und Neubauplanungen mit Hilfe internationaler Wettbewerbe und unter Mitarbeit verschiedener Architekten, Planer und Wissenschaftler in acht verschiedenen, über Berlin verteilten Demonstrationsgebieten in Angriff nehmen.

Obwohl sich die Stadt sehr bald nach Beendigung der IBA mit dem Fall der Mauer grundlegend verändern sollte, wurde die Bauausstellung in vielen Bereichen prägend für die Berliner Stadtplanung und zeigt Auswirkungen bis heute. Dies bezieht sich nicht nur auf die Substanz der neu gebauten Stadtquartiere, sondern auch auf Konzepte des Städtebaus, wie die viel zitierte "kritische Rekonstruktion", die hier erstmalig (wenn auch mit anderer Konnotation) zum Begriff wurde. Auch die starke Schwerpunktlegung auf die Beteiligung der anwohnenden Bevölkerung war in dem angestrebten Umfang wegweisend. Andere Grundgedanken, wie der Versuch, innovative ökologische Projekte in den Städtebau zu integrieren, traten im Anschluß an die IBA stärker in den Hintergrund, gewinnen heute jedoch wieder zunehmend an Bedeutung.
Das Studienprojekt wird sich hauptsächlich mit dem Planungsbereich der IBA in der südlichen Friedrichstadt beschäftigen. Hauptgegenstand sind dabei die Untersuchung der Planungen und ihrer Hintergründe und deren Vergleich mir dem Entstandenen und dessen Entwicklung bis heute. Fast 25 Jahre nach der IBA lässt sich ein erster Vergleich zwischen dem Gewollten und dem Gewordenen der IBA ziehen. Was ist aus den Gedanken und Gebäuden der IBA geworden, was ist noch vorhanden, was hat sich verändert und wie sollte man in Zukunft mit dem Vorhandenen umgehen?In engem Zusammenhang dazu steht auch die Frage nach dem historischen und ästhetischen Wert dieser Phase der Stadtplanung in Berlin und der daraus entstandenen Gebäude und Strukturen. Sich mit diesen Fragen kritisch auseinanderzusetzen, wird Aufgabe des Projektes sein.

Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit der "Forschungsinitiative IBA" statt, die sich größtenteils aus Architekten, Kunsthistorikern und Denkmalpflegern zusammensetzt und eine erste Bestandsaufnahme der IBA zum Ziel hat. Diese wird voraussichtlich im Februar 2012 in einer Ausstellung präsentiert werden, in die auch die Ergebnisse des Studienprojektes einfließen sollen.

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