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TU Berlin

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Gloomy Glamour

Lichtung und Leerstand am Beispiel des Gründerzeitquartiers von Altenburg (Thüringen)

Veranstaltungsgrunddaten:

Dozentin: M.A. Frauke Michler

Projekt, 8 SWS (12 LP/ECTS)

Modul: M1/2, Masterprojekt

Termin: Donnerstags, 14:00 - 18:00 Uhr
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 20.10.2016 - 16.02.2017


Beschreibung:

Kaiserpfalz Barbarossas, Residenz sächsischer Fürsten, Zentrum der Textilindustrie und Hauptstadt der Spielkartenherstellung ‒ das heute zum Freistaat Thüringen gehörige Altenburg hat in seiner langen Geschichte glanzvolle Zeiten erlebt, die noch heute mit ihren architektonischen und städtebaulichen Zeugnissen die Stadt prägen. Von den zum Wahrzeichen gewordenen "rote Spitzen" der romanischen Kirchtürme bis hin zur gründerzeitlichen Stadterweiterung am Bachlauf der "blauen Flut" verfügt Altenburg über einen bedeutenden, sämtliche Epochen und Architekturstile umfassenden historischen Baubestand.

Während große Teile der Altstadt im Rahmen von Städtebauförderungsprogrammen wie "Stadtumbau Ost" umfassend saniert worden sind, ist das ehemals glanzvolle Gründerzeitviertel zwischen Bahnhof und Schlosspark gegenwärtig von Leerstand und Verfall geprägt. Das als Stadterweiterung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene Quartier steht als Ensemble unter Denkmalschutz und weist eine bemerkenswerte Vielfalt historistischer Prachtbauten auf. Zahlreiche Gebäude sind mittlerweile marode und stehen leer, andere Parzellen liegen nach Abriss brach; die ehemalige Durchmischung von Wohnen, Gewerbe, Handel und Gastronomie ist nur noch in Ansätzen erkennbar. Dominant sind heute mehrspurige Einbahnstraßen, die als Hauptverkehrsadern das Viertel durchqueren.

Die in Altenburg beispielhaft hervortretenden Probleme von Strukturwandel und Schrumpfungsprozessen beschäftigen die Stadtforschung in steigendem Maße und haben seit dem Atlas of shrinking cities (Oswalt) in den letzten zehn Jahren zahlreiche Studien hervorgebracht, die sich mit "Stadtlichtungen" (Giseke/Spiegel), "Stadtverdünnung" (Jessen) oder der "perforierten Stadt" (Lütke Daldrup) auseinandersetzen. Längst ist dabei deutlich geworden, dass die Stadtplanung diesen Schrumpfungsprozessen kaum entgegenwirken, sie vielmehr nur begleiten kann, dabei aber umso mehr neue Potentiale und Perspektiven für die "gelichtete Stadt" aufzudecken vermag.

Ziel des Projektes ist es, am Beispiel des Altenburger Gründerzeitviertels Lösungsansätze für den Umgang mit Leerstand und Lichtungen zu entwickeln und dabei insbesondere den bedeutenden historistischen Denkmalbestand zu berücksichtigen. Das Projekt findet in Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und der Unteren Denkmalschutzbehörde Altenburg sowie der Bauhaus-Universität Weimar statt. Eine Exkursion ist in die Partnerregion Thüringens geplant, die nordfranzösische Picardie.

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