TU Berlin

Fachgebiet DenkmalpflegeGesprengte Räume, offene Räume und Stadtlandschaften

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Gesprengte Räume, offene Räume und Stadtlandschaften

Studienprojekt:

Dozentin: Prof. Dr. phil Gabi Dolff- Bonekämper

Grundstudium, Bachelor

Termin: Dienstags, 10:00 - 14:00 Uhr 
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 18.10.2007


Beschreibung:

Nach den Bombardements des 2. Weltkrieges, die in Berlin zumindest in den zentralen Bezirken Mitte, Tiergarten und Charlottenburg schwere Schäden im Geböudebestand angerichtet hatten, wurde die Stadt nicht so wiederaufgebaut, wie sie zuvor gewesen war, sondern in anderer stadträumlicher Ordnung und modernisierten architektonischen Formen. Die „steinerne Stadt“ des 19. Jahrhunderts mit geschlossener Blockrandbebauung, Korridorstraßen, Höfen und Hinterhöfen wurde aufgegeben und durch offene, weiträumige, gründurchzogene neue Quartiere ersetzt. Straßen und Plätze wurden aufgeweitet, nicht nur für den erwarteten Autoverkehr, sondern auch, um neuartige Raumwirkungen zu erzielen. Bauwerke wurden errichtet, deren starke, plastische Körper Platz brauchen, um sich der Wahrnehmung zu erschließen. Heutige Kritiker bezeichnen diese Phase der Stadtbaugeschichte Berlins als „zweite Zerstörung“, weil sie die verdichtete Stadt der Gründerzeit ausgelöscht hätte. Sie wünschen sich die steinerne Stadt zurück, wollen die offenen Räume der Nachkriegsmoderne mit neuen Bauten auffüllen, sprechen von Stadtreperatur, ohne zu berücksichtigen, dass die neuen Räume nicht schadhaft sind, sondern nur anders, als sie sie gern hätte. Im Projekt wird es darum gehen, die Stadträume der Nachkriegszeit in Berlin zu erkunden und Instrumente zur Beobachtung und Bewertung ihrer Raumqualitäten zu entwickeln. Die (guten) Absichten der Planer und Städtebauer von damals sollen ebenso kritisch durchleuchtet werden, wie die Qualitäten und auch die möglichen Mängel der Umsetzung. Was ist vielleicht wirklich nicht mehr als ein Schadensfall, was ein künstlerischer Entwurf? Wie erlebt man eine Stadtlandschaft? Was ist das überhaupt? Viele Bauten und Stadträume der Nachkriegsmoderne in Ost- und Westberlin stehen bereits unter Denkmalschutz. Wie argumentiert die Denkmalschutzbehörde? Wie würden wir argumentieren? Für das Sommersemester 2008 ist eine Exkursion nach Rotterdam geplant.

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