TU Berlin

Fachgebiet DenkmalpflegeEin Denkmal pflegen (Auftragsprojekt) B.Sc.

Inhalt des Dokuments

zur Navigation

Ein Denkmal pflegen

Veranstaltungsgrunddaten:

Dozentin: Prof. Dr. Gabi Dolff-Bonekämper, B.Sc. Kilian Flade

Projekt, 8 SWS (12 LP/ECTS)

Modul: B 5, Auftragsprojekt

Termin: Montags, 14:00 - 16:00 Uhr
Raum: B 117
Veranstaltungsbeginn: 16.10.2017 - 12.02.2018


Beschreibung:

Es geht um die Denkmalinstallation „Orte des Erinnerns im Bayrischen Viertel. Ausgrenzung und Entrechtung, Vertreibung, Deportation und Ermordung von Berliner Juden in den Jahren 1933 bis 1945“ von den Renata Stih & Frieder Schnock. Auftraggeber: Bezirksamt Schöneberg von Berlin, Eröffnung 1993

An Laternenpfählen sind Schilder angebracht, die auf der einen Seite ein sehr einfach lesbares Bild zeigen – ein Bündel Radieschen, einen Hut, eine Torte, einen Schnuller, ein Brot, eine Bank – und auf der anderen Seite einen Text, der auf eine der zahlreichen zwischen 1933 und 1943 erlassenen antijüdischen Verordnungen der Nazi-Regierung und -Verwaltung verweist, die mit dem Bild assoziiert werden kann. Z. B. zu den Radieschen heißt es „Nur ehrbare Volksgenossen deutschen oder artverwandten Blutes können Kleingärtner werden 22.3.1938“

Es sind insgesamt 80 Schilder, dazu ein Schaukasten am Bayerischen Platz mit Erklärungen zur Arbeit und mit einem Stadtplan des Quartiers, der in Überlagerung die Baustruktur vor der Kriegszerstörung und die in der Nachkriegsplanung teilweise stark veränderte Strukturen zeigt. Die Schilder, im gesamten Quartier verteilt, sind ein gutes Stück über Augenhöhe der Passanten angebracht, man muß aufblicken, um sie zu sehen. Oft, aber nicht immer, sind von einem Standpunkt mehrere zugleich zu sehen. Es gibt keinen vorgeschriebenen Parcours, keine Reihenfolge, keine räumlich-didaktische Folge.

Die Denkmalinstallation ist durch zahlreiche Artikel und Aufsätze in aller Welt bekannt. Sie ist in die Jahre gekommen, manche Schilder sind beschädigt, manche (schlecht) erneuert. Es fehlt ein Konzept zur regelmäßigen Begehung und Pflege. Das Bezirksamt kümmert sich nicht.

Der Auftrag lautet, den heutigen lokalen und sozialen Wirkungsraum der Denkmalinstallation bestimmen und ein materiell und sozial nachhaltiges Konzept zur Pflege der Schilder zu entwickeln.

Arbeitsschritte:

  • Persönliche, eigene Wege durch das Quartier gehen, die Schilder nach und nach entdecken und den eigenen Weg dokumentieren. Dazu wird ein persönliches Notizbuch angelegt, in dem, auf dem Weg, die Texte der Schilder notiert und ggf. die Bilder skizziert werden. Fotos kommen hinzu. Der Erhaltungszustand der Schilder wird mit notiert. Reparaturbedürftigkeit wird ausdrücklich vermerkt. Der Weg wird im Nachhinein kartiert, nicht im Vorhinein geplant.
  • Input und Debatte mit den Künstlern Stih und Schnock im Projektraum.
  • Literaturrecherche und Inputreferate zur Arbeit von Stih und Schnock und zu anderen Orten der Erinnerung an die Entrechtung und Deportation von Juden in Berlin.
  • Identifikation und Kartierung der für die Zeit vor und nach 1933 dokumentierten Wohnorte jüdischer Berliner im Viertel (jüdisches Adressbuch), ggf. „Judenhäuser“ identifizieren
  • Erfassung und Kartierung der in den vergangenen Jahren im Bayerischen Viertel verlegten Stolpersteine.
  • Teilnehmende Beobachtung von Besuchern
  • Befragung von Besuchern
  • Befragung von Bewohnern, Zugang über die Anwohnerinitiative, ggf. über Postwurf, Info-Tisch
  • Besuch beim Bezirksamt, Fragen nach Zuständigkeit, Erhaltungsaufwand, Zuwendung, Wertschätzung, Instandhaltung
  • Erarbeitung einer Anleitung zur Pflege der Schilder
  • Vorschlag für die Übernahme von Patenschaften für einzelne Schilder durch die Bewohner – die Nächstwohnenden oder die zu bestimmten Themen geneigten

Adressaten: Bezirksamt Schöneberg/Tempelhof und Kultursenator von Berlin, evtl. auch das Landesdenkmalamt

Zeitplan

Oktober: Projektvorstellung in der dritten Oktoberwoche durch GDB per Video, Rückfragen per Skype oder Handy; Konstituierung der Projektgruppe, Anleitung durch Tutoren/innen, erste Begehungen, Anlegen der persönlichen Notizbücher

November: Blocktermin am 16. oder 17. November, wenn möglich kombiniert mit Input-Treffen mit Renata Stih und Frieder Schnock

Dezember: Blocktermin in der Woche vor Weihnachten (18. Dez. ff)

Januar: 2 Blocktermine

Februar: 2 Blocktermine und Präsentation

Der Projektraum steht regelmäßig zur Projektzeit zur Verfügung.

Navigation

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe