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TU Berlin

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DFG-Projekt „Vom Wert und Werden des Hobrechtschen Berlin. Wachstum, Wandel und Erbe der Berliner Stadterweiterung“

Bebauungsplan Abteilung VIII mit Änderungen von 1872
Lupe

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Förderung: 
DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft

Weitere beteiligte Fachgebiete: 
FG Bestandsentwicklung und Erneuerung von Siedlungseinheiten, Prof. Elke Pahl-Weber

FG Städtebau und Siedlungswesen, Prof. Dr. Angela Uttke

Projektzeitraum:
Oktober 2014 - September 2016

 

Thema

Mit dem „Bebauungsplan der Umgebungen Berlins“ wurde 1862 eine Grundlage geschaffen, auf der die innere Stadt bis heute aufbaut. Als Produkt der kapitalistisch-liberalen Wirtschaftsordnung im 19. Jahrhundert steht der Plan am Beginn einer Debatte über Planung als öffentliche  Aufgabe. Bei den internationalen Vertretern der städtebaulichen Moderne verkörperte der Hobrechtplan das negative Beispiel einer sozial blinden Anpassungsplanung, dessen räumliche Verwirklichung es zu beseitigen galt. Seit der Infragestellung des Planungsleitbildes der Moderne ist die Kritik an James Hobrecht relativiert und der Plan selbst idealisierend mit den gründerzeitlichen Quartieren gleichgesetzt worden. Dementsprechend ist der Bebauungsplan eine wiederkehrende Referenz in der Erforschung nicht nur der Berliner Stadtentwicklung, sondern auch der Geschichte der europäischen Planungsparadigmen.

Dabei ist der Plan unterschiedlichen Deutungen unterlegen, in welchen sich Entwurf, Umsetzung und Transformation in verschiedener Weise vermischen. Ideen- und Realgeschichte sind dennoch bisher kaum in Bezug zueinander betrachtet worden. An diesem Punkt setzt das Vorhaben an: Das fächerübergreifende Forschungsprojekt hat das Ziel Ideen- und Realgeschichte des Plan(gebiete)s integriert zu beleuchten. Durch den Fokus auf das Berliner Beispiel sollen generelle Prinzipien der Entstehung und des Wandels städtischer Strukturen des 19. Jahrhunderts sowie der Planungsdisziplin aufgezeigt werden. Das Projekt wird von 2014 bis 2016 bearbeitet.

Forschung

Das fächerübergreifende Forschungsprojekt ermöglicht eine tiefgreifende und kritische Betrachtung der Stadt- und Planungsgeschichte Berlins, in welcher Ideen- und Realgeschichte des Plan(gebiete)s integriert beleuchtet werden. Ziele sind

  • den Plan nach seiner Logik als Wachstumsgerüst zu untersuchen (FG Städtebau und Siedlungswesen),
  • die Entwicklung des Stadtraums hinsichtlich der Robustheit des Wachstumsgerüsts sichtbar zu machen (FG Stadterneuerung und Entwicklung von Siedlungseinheiten) sowie
  • den Stadtraum als Werk der Stadtbaukunst nach seinem kulturellen, historischen und künstlerischen Wert zu befragen (FG Denkmalpflege).

Wertzuschreibungen, räumliche Entwicklung und Planaussagen werden im Begriff „Hobrechtsches Berlin“ vereint, um der Mehrdimensionalität des Untersuchungsgegenstandes gerecht zu werden. Diese Vielschichtigkeit spiegelt sich in der Forschungsmethode wieder: durch die Verknüpfung städtebaulich-morphologischer Analysen mit Untersuchungen zu Leitbildern, gesellschaftlichen Wertschätzungen und vergleichbaren europäischen Stadterweiterungsplanungen des 19. Jahrhunderts reflektiert. Damit werden lokale Erkenntnisse zur Berliner Stadtstruktur in einen europäischen Kontext gesetzt, historische und methodische Kenntnisse gewonnen und Hobrechts Beitrag zum Städtebau neu bewertet. 

Publikationen

Calbet i Elias, Laura / Hutterer, Florian / Uttke; Angela (2013): 150 Jahre Hobrechtplan. Die wiederkehrende Frage nach dem großen Plan. In: AK Städtebau SRL „Der Große Plan. Aktuelle Beiträge zum Städtebau.“ Berlin. S. 123-126. ISSN 0936-0778.

Uttke, Angela / Brück, Andreas / Heinrich, Anna Juliane (2012): Mapping Hobrecht Neukölln. In: Bezirksamt Neukölln von Berlin (Hrsg.): QUER/STRASSE. Die Schülerworkshops 2012 zur Sanierung der Karl-Marx-Straße. Projektdokumentation, S. 6-13. Zugriff unter http://www.aktion-kms.de/files/schuelerworkshops_2012.pdf

Rhede, Christiane / Hutterer, Florian / Herold, Stephanie / Calbet i Elias, Laura (2011): Bebauungs- oder Freiflächenplan? Die Rolle des öffentlichen Raumes bei Hobrecht. In: Flecken / Calbet i Elias (Hrsg.):  Der öffentliche Raum? Sichten, Reflexionen, Beispiele. Berlin 2011, S. 95-106.

 

 

"Value and Making of Hobrecht's Berlin. Growth, change and heritage of the Berlin city expansion"

About

The development plan for the environments of Berlin, approved in 1862, created the basis on which the inner city has been built on till today. As a product of the capitalist-liberal economic order in the 19th century, the plan is the starting point of a debate about planning as a public policy. For the international exponents of urban modernity Hobrecht embodied the negative example of a socially blind reactionary planning, whose spatial realization had to be removed. Since the questioning of the guiding principles of modernistic town planning, the criticism on James Hobrecht has been questionated and the plan itself equated with the 19th century neighborhoods in an idealizing way. Accordingly, the development plan is a recurring reference not only in the study of the Berlin urban development, but also of the history of European planning paradigms. 

The plan has undergone different interpretations, in which design, realization and transformation mix in various ways. Ideas and real history have yet been hardly considered in relation to each other. This is the project’s starting point: The interdisciplinary research project aims to illuminate the history of ideas and the real history of the plan and the planning area in an integrated way. By focusing on the example of Berlin, the project examines general principles of the emergence and change in urban structures and in the planning discipline. The project runs from 2014-2016.

Research

The interdisciplinary research project enables a profound and critical analysis of the urban and planning history of Berlin, in which the plan’s ideas and real history are illuminated in an integrated way. Objectives are 


  • to examine the plan according to its logic as a expansion framework (Chair of Urban Design and Urban Development) 

  • to make visible the development of urban space in terms of the sturdiness of the expansion framework (Chair of Urban Renewal and Sustainable Development), and 

  • to question the urban space as an artistic work of urban architecture according to its cultural, historical and artistic value (Chair of Urban Heritage).



Attributions of value, spatial development and planning statements are combined in the term "Hobrechtian Berlin" to underline the multi-dimensionality of the analized object. This complexity is also reflected in the research methods: by linking urban and morphological analyses with studies of role models, social valuations and comparable European city expansion plans of the 19th century. Thus, we aim to reflect local insights about Berlin’s city structure in the European context, to gain historical and methodological knowledge and to re-evaluate Hobrecht’s contribution to urban planning.

 

 

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