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TU Berlin

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GreenTraces

GreenTraces from past to future: Stadtparks als kulturelles und ökologisches Erbe Europas

Historische Stadtparks sind seit dem 19. Jahrhundert konstituierende Elemente der europäischen Stadt mit großem kulturhistorischen Stellenwert. Als Werke europaweit vernetzter Gartenkünstler sind sie Denkmale ihrer Entstehungs- und Entwicklungsepoche. Durch ihre charakteristische Materialität aus lebenden, sich vermehrenden Pflanzen tragen diese Parks Informationen über die historische Pflanzenverwendung und -entwicklung in die Gegenwart. Das Wissen über das verwendete Pflanzenmaterial und seine Standortansprüche ist essentiell, um Parks durch Pflege, Instandsetzung und gegebenenfalls Restaurierung in ihrer Qualität erhalten zu können.

Im engen Zusammenhang mit ihrer kulturhistorischen Bedeutung sind historische Stadtparks auch vielfältige grüne Mosaiksteine der urbanen Landschaft mit unterschiedlichsten von der Gesellschaft wertgeschätzten Wirkungen. Nachhaltige Entwicklung und Nutzung dieser sogenannten Ökosystemdienstleistungen ist eine zentrale Herausforderung für ökonomische und ökologische Planungsprozesse in Stadtlandschaften. Ökologische Analysen sind dabei heute nicht mehr nur auf statische Betrachtung einzelner Raumausschnitte zu einem bestimmten Zeitpunkt gerichtet, sondern fokussieren auf die dynamische und interaktive Entwicklung von Gesamtsystemen über lange Zeiträume. In diesem Sinne untersucht das Forschungsprojekt GreenTraces beispielsweise nicht nur, warum im Budapester Stadtwäldchen zu Beginn des 19. Jahrhunderts in großen Massen Esskastanien (Castanea sativa) angepflanzt wurden, sondern auch, welche ökologischen Auswirkungen dies hat und ob – und wenn ja aufgrund welcher ökologischen und kulturellen Mechanismen – sich diese Art im Park und den umgebenden Villengärten in den letzten 200 Jahren ausgebreitet hat. Das Projekt integriert und koppelt so kulturhistorische und naturwissenschaftliche Forschungsansätze, da sich urbane Grünstrukturen besonders dynamisch im Spannungsfeld von kulturhistorischen und damit verbundenen sozioökonomischen Kräften sowie ökologischen Faktoren verändern.

GreenTraces untersucht das Wechselspiel zwischen kulturhistorischen Mustern und pflanzenökologischen Prozessen in Stadtparkanlagen verschiedener europäischer Großstädte. Damit leistet das interdisziplinäre Projekt einen Beitrag zur gartenhistorischen Forschung in Bezug auf die Pflanzenverwendung in kommunalen Parkanlagen des 19. Jahrhunderts und zur pflanzenökologischen Forschung in Bezug auf die Rolle der historischen Pflanzenverwendung auf die urbane Biodiversität und die durch sie initialisierte Ausbreitung nicht heimischer Arten im überregionalen Maßstab.

Projektleitung:


Dr.-Ing. Sylvia Butenschön (FG Denkmalpflege)

Dr. Ina Säumel (FG Ökosystemkunde/ Pflanzenökologie)

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Quick Access:

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