TU Berlin

Fachgebiet DenkmalpflegeFremdes Erbe

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Fremdes Erbe

Fremdes Erbe – Orte der Zugehörigkeit und Orte der Erinnerung von Migrantinnen und Migranten in Berlin

Der Blick auf das Kulturerbe und dessen gemeinsame Wertschätzung stärken die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt, das Gefühl der Zugehörigkeit zu dem Ort, an dem sie leben. Aber welches Erbe ist gemeint in einer großen Stadt wie Berlin, in der sich seit Jahrhunderten fremde ZuwandererInnen der unterschiedlichsten Herkunft eingerichtet und ihre Kulturen mitgebracht haben? Wie wurde bzw. wird das – einstweilen – Fremde in das von allen Berlinerinnen und Berlinern geteilte und geschätzte Kulturerbe integriert? Um welche Dinge, welche Orte und um welche Vergangenheit oder besser: um wessen Vergangenheiten geht es?

Wir wollen exemplarisch das hiesige Kulturerbe der in Berlin ansässigen türkischstämmigen Migrantinnen und Migranten betrachten. Uns interessieren die im öffentlichen Raum gesetzten und überlieferten Zeichen und Spuren, die Orte der Zugehörigkeit und der Erinnerung, die in den mittlerweile vier Jahrzehnten ihrer Präsenz in Berlin entstanden sind. Wir wollen die Orte und Ereignisse, von denen sie erzählen können, in die von allen Berlinerinnen und Berlinern geteilte Erinnerungstopographie und damit ins kulturelle Gedächtnis der Stadt eintragen. Zugleich möchten wir ermitteln, ob und wie Denkmale der älteren Berliner Geschichte für die Lebens- und Kulturpraxis türkischer Migrantinnen und Migranten von Bedeutung sind, wie sie interpretiert werden und ob diese Aneignung das Bewusstsein kultureller Zugehörigkeit zum Ort erzeugt.

Ziel ist eine beiderseitige Kenntnisnahme: Die auf deutsche Identitätsprobleme konzentrierte Mehrheitsgesellschaft lernt türkisches Erbe in Berlin als konstituierenden Bestandteil der Berliner Stadtkultur und Identität kennen. Die türkischen Migrantinnen und Migranten können sich ihrerseits als Subjekte der Berliner Geschichte begreifen und ihre eigene Vergangenheit in der Stadt als bedeutsam erfahren. Unser gemeinsames Kulturerbe wird damit um einen bislang nicht beachteten Sektor erweitert. Zugleich vergrößert sich die Berliner Kulturerbengemeinschaft um eine bislang nicht als relevant betrachtete Bevölkerungsgruppe, die, indem sie sich als kulturell zugehörig erlebt, die Bereitschaft entwickeln kann, verantwortlich an der Interpretation, In-Wertsetzung und Bewahrung nicht nur des eigenen, sondern des gesamten Berliner Kulturerbes mitzuwirken.

Projektleitung:


Prof. Dr. Gabi Dolff-Bonekämper (FG Denkmalpflege)

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