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Die Neubauten der Internationalen Bauausstellung Berlin 84`87`

Untersuchung zu Entstehung, Motiven und Denkmalwerten am Beispiel der IBA Neubauten der Südlichen Friedrichstadt.

Angestoßen durch einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel des Städtebaus fand zwischen den Jahren 1979 und 1987 die vierte und flächenmäßig größte Bauausstellung im Westen des noch geteilten Berlins statt. Die Internationale Bauausstellung Berlin (IBA) sollte nach der Senatsvorlage vom 27. Juni 1978 unter dem Themenschwerpunkt „Die Innenstadt als Wohnort“ entwickelt werden, um brachliegende Kerngebiete West-Berlins zu revitalisieren.
Die IBA gliederte sich in zwei thematisch getrennten Bereiche: in die Stadterneuerung unter der Leitung von Hardt-Waltherr Hämer mit den Gebieten Louisenstadt und SO36 und in den Stadtneubau, geleitet von Josef Paul Kleihues mit den Gebieten Tegel, Prager Platz, Südliches Tiergartenviertel und Südliche Friedrichstadt. Die Bauausstellung fand unter der Teilnahme von über 50 nationalen und internationalen Architekten statt, unter ihnen O.  M. Ungers, Aldo Rossi, Peter Eisenman, John Hejduk und Rem Kohlhaas.

Die IBA Neubauten entstanden im Spannungsfeld funktionaler Bedürfnisse, architekturtheoretischer Diskurse der sog. Postmoderne sowie unter den Ansätzen der „Kritischen Rekonstruktion“ der Stadt. Durch den experimentellen und modellhaften Anspruch des Berliner „Laboratoriums“(R. Kohlhaas, 1985), wurde die Bauausstellung in den 80 er Jahren von großer internationaler Beachtung begleitet. Die, „im weltarchitektonischen Maßstab ambitionierteste Darstellung dieser Generation“(Time, June 15, 1987), rückte jedoch vom Zentrum der städtebaulichen Diskussion an den Rand, da sich Berlin, durch Wiedervereinigung und Hauptstadtdiskussion, städtebauliche Aufgaben von unvorhergesehener Größenordnung stellten. Die Ergebnisse der IBA, in theoretischer wie baulicher Sicht, wurden unscharf. oder erschienen über Nacht veraltet. Ihre Begriffe und Methoden wurden für die weitere Stadtbaupolitik verfremdet und instrumentalisiert.

Die Arbeit analysiert Entstehung, Motive und Wirkung der Bauten des IBA Demonstrationsgebietes Südliche Friedrichstadt und untersucht ihre Denkmalwerte. Im Rahmen der IBA Neubaugebiete nahm dieses Demonstrationsgebiet, als „Herzstück“ (Senatsvorlage, 1978), eine hervorgehobene Position ein. Die ursprünglich barocke Stadterweiterung der Friedrichstadt, mit Zeitschichten bis 1945, hatte ihre Bausubstanz durch Krieg und späteren Abriss nahezu vollständig verloren. Ihr Grundriss von Straßen und Plätzen wurde durch die Teilung Berlins und dem Bau der Berliner Mauer zerschnitten sowie durch Bauten der 60er und 70er Jahre überformt. An diesem Ort sollten mit der IBA modellhafte Lösungen für die Arbeitstehese eines neuen, humanen Städtebaus gefunden werden, als „Widerspruch gegen die Lieblosigkeit“, die „nur im Konkreten“ bestehen kann (J.P.Kleihues, 1981). Es ist notwendig durch Untersuchung des Bestands Fragen nach der Umsetzung von Theorie und Planung zu überprüfen, um Begriffe, Wirkung und Bedeutung der IBA zu klären. Die Arbeit soll im Weiteren den Bezug der IBA Neubauten zu den folgenden städtebaulichen Entwicklungen und ihren heutigen städtischen Kontext analysieren.
Die IBA Neubauten entstanden in einem spezifischen, historischen Umfeld der Teilung Berlins und mussten durch die politischen Umbrüche Umnutzung und Umdeutung erfahren. Sie tragen dadurch Merkmale eines „gewordenen Denkmals“.
Die Arbeit geht daher abschließend der Frage nach Denkmalwerten und ihrer gesellschaftlichen Interpretation in der Südlichen Friedrichstadt nach.

Andreas Salgo

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